Schulprogramm 

   der Ahorn-Schule  

 

Vorwort zur Geschichte und zum Auftrag der Ahorn-Schule

 

Die Geschichte der Ahorn-Schule im Bezirk Treptow – Köpenick lässt sich bis auf den Beginn der 1950er Jahre zurückverfolgen.

Damals gab es zwei so genannte Sprachklassen, die gemeinsam mit Klassen der „Hilfsschule“ in Alt-Köpenick hinter dem Gebäude des heutigen Heimatmuseums bestanden. Diese Klassen wurden von einem leitenden Lehrer verwaltet und mit unterrichtet.

Im Jahr 1952 zogen diese Klassen in ein Gebäude in die „Freiheit“. Dort befand sich auch eine Polizeistation und im Keller Gefängniszellen.

Ein erster Schulleiter kam ins Amt: Herr Dr. Mauer. Mit der Zeit wurden mehr Klassen eingerichtet, bis aus Platzgründen ein Umzug in die Plönzeile nach Schöneweide anstand.

In den folgenden Jahren zog die Sprachheilschule in die Nalepastraße, später in die Aßmannstraße nach Friedrichshagen. Seit den achtziger Jahren befindet sich unsere Schule im heutigen Gebäude in der Peter-Hille-Straße 118.

Zeitweilig betriebt die Ahorn-Schule eine Filiale in der Stillerzeile 100 am ehemaligen Standort der Staatlichen Europaschule Russisch-Deutsch.

Die Ahorn-Schule blickt also auf eine mehr als 50 jährige Geschichte zurück. Trotzdem hat sich der eigentliche Auftrag kaum geändert: Die  intensive Therapie und Förderung von Kindern mit sprachlichen Entwicklungsverzögerungen, Lautbildungsfehlern, Redeflussstörungen und dysgrammatischen Besonderheiten ist die Hauptaufgabe unserer Schule.

Hinzugekommen ist in den letzten Jahren die therapeutische Unterstützung und Beratung bei Schülerinnen und Schülern mit dem „Förderschwerpunkt Sprache“ an regulären Grundschulen im Rahmen der Integration.

Nach wie vor ist es das oberste Ziel der Ahorn-Schule nach erfolgreicher Förderung und Therapie die Schülerinnen und Schüler an die regulären Grundschulen und Oberschulen weiter lernen. Das heißt: Die Ahorn-Schule ist eine Durchgangsschule mit klar umgrenztem therapeutischem, unterrichtlichem und integrativem Charakter.

Dabei ist natürlich der erzieherische Auftrag, wie an jeder anderen Schule auch, in jeder Phase des  Unterrichtstages und Schullebens immer präsent.

 

Rahmenbedingungen

Lage der Ahorn-Schule

Die Ahorn-Schule liegt im Bezirk Treptow-Köpenick im Ortsteil Friedrichshagen.  Der Tourismusverein Köpenick schreibt über Friedrichshagen:

„Im Osten des Stadtbezirks Köpenick, direkt am Müggelsee gelegen, befindet sich der besonders schöne Ortsteil Friedrichshagen. Im Jahre 1753 als Spinner- und Besenbinderdorf von König Friedrich II gegründet, vereinigt es ländliche Idylle an Feiertagen mit reger Geschäftigkeit und einer bunten Kulturszene. Um die Jahrhundertwende wurde Friedrichshagen zu einem bevorzugten Villen- und Erholungsort der Berliner.“      (http://www.berlin-tourismus-online.de/Entdecken/Frame.html, 22.10.2006 18.32h)

Die Nähe zum Berliner Stadtforst und zum Müggelsee ermöglicht unkomplizierte Unterrichtsgänge in die Natur.

Der Pausenhof bietet für jede Altersgruppe an der Ahorn-Schule eine angemessene Pausen- und Freizeitgestaltung. Für ruhebedürftige Schülerinnen und Schüler finden sich im Schulgarten abgeschiedene Aufenthaltsbereiche.

 

Die Schülerinnen und Schüler

Im Schuljahr 2006/2007 besuchen 202 Schülerinnen und Schüler die Ahorn-Schule. Davon sind 85 Mädchen und 117 Jungen. Insgesamt 7 Jungen und 4 Mädchen sind nicht deutscher Herkunft.

Die Schülerzahlen schwanken in den letzten Jahren immer zwischen 200 und 220.  Der Anteil der Lernanfänger, die die Ahorn-Schule besuchen, beträgt zwischen 2% – 3,5% im Verhältnis zu den Lernanfängern im Bezirk Treptow-Köpenick.

Das Einzugsgebiet

Die Schülerinnen und Schüler der Ahorn-Schule wohnen im gesamten Gebiet des Bezirks Treptow-Köpenick.  Dies bedeutet, dass einige Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich des Treptower Parks und andere von der Stadtgrenze bei Schönefeld nach Friedrichshagen zur Schule kommen.

Der Schulweg

Durch die Größe des Einzugsgebietes sind besondere Schulwegunterstützungen notwendig.

Die Kinder der Klassen 1-3 werden bei entsprechenden Voraussetzungen mit dem Schulbus zur Schule und nach Hause befördert. Die Koordination der Bustouren wird in enger Zusammenarbeit mit dem Schul- und Bibliotheksamt in Köpenick durchgeführt.

Die Schüler/innen der Klassen 4-6 kommen in der Regel selbständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Ahorn-Schule.

 

Konzeption der Ahorn-Schule

Die Ahorn-Schule ist eine Grundschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Sprache“. Der Unterricht findet nach dem Rahmenlehrplan der Berliner Grundschule statt. Sie ist als Durchgangsschule angelegt und schult nach der 2. Klasse und nach der 4. Klasse ca. 2/3 der ursprünglichen Lernanfänger zurück an die wohnortnahe Grundschule oder an Schulen mit einem anderen Förderschwerpunkt um.

Die 5. und 6. Klasse läuft meist nur noch ein- oder zweizügig.

Das komplexe therapeutische Konzept der Ahorn-Schule ermöglicht den Schüler/innen in angemessener Zeit ihre Sprache und Wahrnehmung altersgerecht zu entwickeln.

 

Unterrichtsentwicklung

Immanente Sprachtherapie findet an der Ahorn-Schule in jeder Unterrichtsstunde statt. Im Unterricht werden die in der Einzel- und Gruppentherapie angebildeten Laute und Satzstrukturen kontinuierlich mit geübt. Die reine Sprachtherapie findet in den Klassen 1 und 2 zweimal wöchentlich in Kleingruppen und ab Klasse 3 einmal wöchentlich statt. Dabei nimmt die Sprachtherapie auch auf die Förderung  anderer Sinnesbereiche Einfluss. Für jeden Schüler wird ein individueller Förderplan erstellt, der laufend fortgeschrieben wird. Dieser enthält alle Maßnahmen, die die Sprachentwicklungfördern sollen und weitere therapeutische Angebote mit einbezieht. So wird auch im Förderplan festgehalten, welche zusätzlichen Therapieangebote empfohlen werden. Besonderen Raum nimmt hier das psychomotorische Angebot ein. Speziell fortgebildete Erzieherinnen bieten psychomotorische Übungen an, die alle Wahrnehmungsbereiche der Kinder ansprechen und unterstützen. Insbesondere das Körpergefühl, die Körperwahrnehmung und die Körperkoordination werden hier gefördert. Das Zusammenspiel von Sprache und Bewegung wird dadurch nachhaltig entwickelt.

Auch im Fachunterricht spielt die Sprachförderung eine große Rolle. Natürliche Sprechanlässe werden in jeder Stunde genutzt. Handlungsorientierter Unterricht soll die Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Teilweise erfolgt der  Unterricht auch mit Stations- und Wochenplanarbeit statt. Diese Methoden versetzen die Schüler schon früh in die Lage, sich selbst besser zu organisieren.

Die in der Ahorn-Schule teilweise umgesetzte Rhythmisierung des Unterrichtsalltags schafft einen angemessenen Wechsel von Anspannung und Erholung für die Schüler.

Als Ergänzung des Unterrichts findet jedes Jahr eine Matheolympiade und ein Lesewettbewerb in der Ahorn-Schule statt.

Im Kunstunterricht arbeiten die Schüler/innen selbständig an Projekten, die im Schulgebäude ausgestellt werden. In den letzten Jahren haben bei europäischen Kunstwettbewerben regelmäßig Schüler/innen der Ahorn-Schule Bundeskunstpreise und Landespreise bekommen.

Kann der planmäßige Unterricht wegen Fehlens der Lehrerin nicht stattfinden, wird der Unterricht meist fachgerecht vertreten. Die Schüler/innen können auch unter Aufsicht selbständig Aufgaben erfüllen. Die Wiederholung und Festigung der Lerninhalte können im Vertretungsfall auch durch Lernspiele erfolgen.

Das Medienkonzept der Ahorn-Schule wird kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2016 ist die Schule mit Interaktive Whitheboards ausgestattet und kreidefrei. Die Auslastung des Computerraumes erreicht fast 100 Prozent des Unterrichtsvormittages. Dadurch sind viele Schülerinnen und Schüler der Ahorn-Schule schon relativ geschickt im Umgang mit dem Rechner. In den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch, Sachunterricht, Naturwissenschaften und Therapie können hier die Schüler/innen spielerisch Unterrichtsinhalte vertiefen oder auch Recherchen im Internet durchführen.  Die in den Klassen vorhandenen Rechner werden zur Differenzierung und Vertiefung des jeweiligen Lerninhalts genutzt.

Die Schulbibliothek der Ahorn-Schule bietet den Schülerinnen und Schülern ein breit gefächertes Angebot an Kinder- und Jugendbüchern an. Die Bücher werden in die Unterrichts- und Freizeitgestaltung der Kinder mit eingebunden. Es findet eine altersgemäße Beratung der Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl der Bücher statt. Dadurch kann jedes Kind ein passendes Buch entdecken. Außerdem existiert eine intensive Zusammenarbeit mit der Stadtteilbibliothek in Friedrichshagen, die die Ahorn-Schule mit themengebundenen Lesekisten, Klassensätzen und unterrichtsrelevanten Veranstaltungen unterstützt.

 

Therapiekonzept

Das Therapiekonzept der Ahorn-Schule begründet sich aus dem Auftrag, der Grundschule mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt „Sprache“.

Die Diagnose, Beratung und Therapie von Sprachentwicklungsverzögerungen, Lautbildungsschwierigkeiten, Satzbauproblemen und Redeflussstörungen werden an der Ahorn-Schule durchgeführt.

Neben der schon erwähnten ganztägigen Sprachförderung und den psychomotorischen Übungen gibt es ein erweitertes Therapieangebot an der Ahorn-Schule.

So können auf ärztliche Verordnung hin Physiotherapie, Ergotherapie und auch ergänzende Logopädie im Hause genutzt werden. Hierfür findet eine Kooperation mit niedergelassenen Praxen statt. Diese Zusammenarbeit ist ein zusätzliches Angebot um die Grobmotorik, Feinmotorik, Wahrnehmungsleistungen und komplexere Sprachstörungen  der Schülerinnen und Schüler bei Bedarf zusätzlich zu therapieren. Außerdem entlastet dieses Angebot die Eltern, die dann nach der Schule nicht mehr selbst den Weg in freie Praxen suchen müssen.

Um eine zu starke therapeutische Belastung der Kinder zu vermeiden, sollen die Schüler/innen nur jeweils eine ergänzende Therapie in Anspruch nehmen.

Das Therapiekonzept befindet sich weiterhin im Ausbau, auch um die Kooperation aller Therapeuten in der Schule weiter zu entwickeln.

 

Organisationsentwicklung

An der Ahorn-Schule arbeiten kompetente Lehrerinnen im Unterricht und in der Beratung von Eltern und Kindern. Ambulanzlehrerinnen nutzen ihre diagnostischen Kenntnisse, um die Sprache der Schüler/innen und Lernanfänger zu begutachten und Empfehlungen für die Förderung zu entwickeln. Andere Kolleginnen fördern Kinder mit dem Förderschwerpunkt „Sprache“ an Grundschulen und beraten Grundschullehrerinnen und Eltern. Es reichen jedoch die zur Verfügung stehenden Lehrerstunden zur Zeit nicht aus, um alle Kinder mit dem festgestellten Förderbedarf „Sprache“ an allen Grundschulen des Bezirks Treptow-Köpenick zu fördern. Nur etwa ein Drittel dieser Schüler/innen erhalten durch eine Sonderpädagogin der Ahorn-Schule Sprachtherapie.

Die Lehrerinnen und Erzieherinnen arbeiten teambezogen während des Unterrichts und auch in Fachkonferenzen, Arbeitsgruppen sowie wöchentlichen Planungstreffen.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist fester Bestandteil der Arbeit an der Ahorn-Schule. Auch außerhalb der Gremiensitzungen wird ein intensiver Kontakt in der Bildungs- und Erziehungsarbeit mit den Elternhäusern gesucht.

Die Schüler/innen sind beratend in der Schulkonferenz tätig.

Es besteht ein intensiver Kontakt mit außerschulischen Fachleuten, wie dem Schulpsychologischen Dienst, den Schulärzten, den Sozialarbeitern des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst und dem Jugendamt.

 

Erziehung und Schulleben

Die Ahorn-Schule ist eine verlässliche Halbtagsgrundschule mit einem kostenfreien Betreuungsangebot von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Darüber hinaus können die Kinder im offenen Ganztagsbetrieb (OGB) von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr betreut werden. Voraussetzung dafür ist der Abschluss eines entsprechenden Hortvertrages mit dem Bezirksamt.

Es arbeiten derzeit 13 Horterzieherinnen an der Ahorn-Schule. Der Aufgabenbereich der Erzieherinnen gliedert sich in drei Bereiche. Zunächst bieten die Erzieherinnen im Rahmen der Rhythmisierung des Unterrichtsalltages Spiel- und Entspannungsphasen für die Schülerinnen an. Nachmittags gestalten sie in ihren Gruppen, aber auch gruppenübergreifend attraktive Freizeitangebote, in denen die Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit gefördert werden.

Hier sind insbesondere musikalisch-künstlerische, sportliche und spieltherapeutische Angebote zu nennen.

Vormittags unterstützen die Erzieherinnen im Unterricht die pädagogische Arbeit im Team mit den Lehrerinnen.

Es findet ein ständiger Austausch in der Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen über die emotionale und kognitive Entwicklung der Kinder statt. Unterrichtliche Angebote werden verzahnt mit den Angeboten des Nachmittags. In den Klassen 1- 4 hat fast jede Klasse eine eigene Erzieherin, die im Tagesablauf als feste Bezugsperson neben der Lehrerin für die Schülerinnen und Schüler ansprechbar ist.

Der Hort führt im Jahresablauf mehrfach interessante Projektnachmittage und Ganztagesprojekte durch. Ebenso begleiten die Erzieherinnen die bis zu sechs Wandertage und Unterrichtsgänge.

Gemeinsam mit den Lehrkräften gestalten die Erzieher/innen die Durchführung der traditionellen Aktionstage und Schulfeste.

Insbesondere sind hier der Bewegungstag, das Faschingsfest, das Schulfest, die Sportfeste, eine Weihnachtsfeier sowie der Lesewettbewerb und die Matheolympiade zu nennen.

Die individuellen Kompetenzen und Ausbildungen der Erzieherinnen werden in der Ahorn-Schule zur Unterstützung und Förderung der Schülerinnen und Schüler genutzt.

Wünschenswert von Seiten der Schule ist ein hoher Anteil an Hortkindern in den unteren Klassen, da die sprachliche Förderung und die Entwicklung der Persönlichkeit am Nachmittag mit individuellen Angeboten im Freizeitbereich, der Hausaufgabenbetreuung und zusätzlichen Therapieangeboten fortgesetzt wird.

In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AG’s) können die Schülerinnen und Schüler nachmittags außerdem ihre Freizeit gestalten.

Seitvielen Jahren gibt es zu Beginn der Sommerferien ein Feriencamp in Petzow/Hohenwerder. Es fahren regelmäßig ca. 30 Kinder  der Ahorn-Schule in den ersten zwei Ferienwochen gemeinsam mit zwei Erzieherinnen und einem Erzieher in dieses Feriencamp. Bei diesem Angebot wird auf eine kostengünstige Organisation der Fahrt geachtet, so dass möglichst viele Kinder daran teilhaben können.